Magdeburg l Im vergangenen Jahr legte Sachsen-Anhalts Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich um 0,4 Prozent zu. Das liegt deutlich unter dem deutschen Mittel von 1,6 Prozent. Hauptursache ist nach Ansicht von Sachsen-Anhalts Wirschafstminister Hartmut Möllring (CDU) ein sechswöchiger Produktionsstopp in der Total-Raffinierie Leuna.

Der Kraftstoffhersteller musste umfangreiche Wartungsarbeiten vornehmen. In dem mit Großunternehmen dünn besiedelten Bundesland schlug das sofort hart durch. Der Ausfall wird mit etwa 500 Millionen Euro beziffert. Ohne diesen hätte das BIP bei etwa 1,4 Prozent gelegen, wodurch Sachsen-Anhalt den Anschluss an die anderen Länder gehabt hätte, sagte Möllring.

Deutlicher als anderswo wirkten sich auch Russland- embargo und Rubelverfall aus. Maschinenbauer und Schweinefleischproduzenten beklagen Rückgänge, sagte Möllring. Positiv hoben sich die Landwirtschaft (+10,6 %) und die hohe Arbeitsproduktivität ab.

Die Linke warf der Regierung wachsenden Realitätsverlust vor. Ein wesentlicher Grund für die schlechten Zahlen sei die Abwanderung von Fachkräften in andere Bundesländer, sagte Wirtschaftspolitiker Frank Thiel. Sachsen-Anhalt verlor im vergangenen Jahr 6000 Beschäftigte.

Sachsen-Anhalt hat mit den meisten Bundesländern eine negative Wanderungsbilanz. Es verlor 2013 effektiv Einwohner vor allem an Sachsen (ca. 2000) und Niedersachsen (ca. 1000). Einen positiven Saldo gab es mit dem Ausland, voran mit Polen (plus 1200).