Daun (dpa/vs) l Es gibt die Kaufhalle auf Rädern, die Sparkasse, den Bäcker, die Bibliothek - warum nicht auch eine Kirche? Das hat sich auch Pfarrer Frank Meckelburg gefragt und seine Kirche auf einen Anhänger gepackt. Wie bei einer Currywurstbude klappt er mal eben schnell die Seite auf: Schon steht der Altarraum mit Kreuz und Bibel bereit. Dann wird noch der Glockenturm aufgerichtet - und die mobile Kirche ist fertig.

"Wir setzen nicht darauf, dass die Menschen zu uns kommen, sondern wir kommen mit dem Gottesdienst zu den Menschen", sagt Meckelburg, der mit der Kirche auf Rädern in diesem Jahr erstmals regulär in seiner evangelischen Kirchengemeinde Daun im Rheinland unterwegs ist.

"Wir sind eine Diaspora-Gemeinde", sagt Pfarrer Meckelburg. Rund 2500 Gläubige seien in der überwiegend katholischen Gegend über 50 Orte verteilt und es gebe nur eine zentrale evangelische Kirche in Daun. "Das bedeutet, viele Menschen haben einen langen Weg, wenn sie sonntags zum Gottesdienst kommen wollen." 20 Kilometer für eine Strecke seien keine Seltenheit. "Außerdem wollen wir zeigen, dass Kirche auch ohne große Gebäude existieren kann", sagt der 52-Jährige.

Zum Kirchenmobil-Team gehören zehn Leute. Sie haben den Kofferanhänger, einen modernen Bauwagen, liebevoll umgebaut - und ihm auch ein rundes Kirchenfenster verpasst. Der Glockenturm hat zwar keine Glocke, aber eine Turmuhr bekommen. Im Anhänger sind auch Klappstühle und ein Zelt, das bei schlechtem Wetter aufgebaut wird.

Wenn das Schule macht, würde auch ein in der Magdeburger Region immer falsch gesprochener Satz automatisch korrekt werden: "Jetzt lass mal die Kirche ins Dorf!"