Berlin/Wien (dpa) l Verschiedener könnten diese beiden Siegerinnen des Eurovision Song Contests kaum sein - jetzt veröffentlichen sie je ein neues Album. Vor fünf Jahren triumphierte die Sängerin Lena Meyer-Landrut im ESC, im vergangenen Jahr machte es ihr die vollbärtige Dragqueen Conchita Wurst aus Österreich nach. Ein Vergleich ihrer beiden neuen Alben:

WER?
CONCHITA: Ihr Bart ist ihr Markenzeichen. Mit akkurat getrimmter Gesichtsbehaarung und saalfüllender Stimme polarisierte und begeisterte die österreichische Dragqueen Conchita Wurst (bürgerlich: Tom Neuwirth) beim ESC 2014 in Kopenhagen und holte mit deutlichem Vorsprung den Sieg. Mit ihrer Botschaft von Toleranz und Respekt war die 26-Jährige im Jahr danach auch in der Welt unterwegs. Mit "Conchita" legt sie nun ein Jahr nach ihrem Triumph ihr erstes Album vor.

LENA: Vor fünf Jahren versetzte Lena erst die Nation in einen Lena-Rausch, dann verzauberte sie mit ihrem Jung-mädchen-Charme und ihrer Natürlichkeit ganz Europa. Ein Jahr später ließ sie ihrem ESC-Sieg von Oslo noch einen zehnten Platz in Düsseldorf folgen. Inzwischen bewegen sich die Plattenverkäufe nicht mehr in den obersten Regionen, aber jetzt sitzt Lena in der Jury der Kinder-Castingshow "The Voice Kids", arbeitet als Synchronsprecherin und ist auch als Werbemodel gefragt.

STIL?
CONCHITA: Die Bandbreite der Songs ist bunt gemixt. Von tanzbaren Elektro-Nummern über "klassische" Popsongs und Swing bis zu besinnlicheren Stücken ist alles vertreten. Auch die pompöse Ballade "Rise Like A Phoenix", mit der Conchita in Kopenhagen gewann, ist dabei.

LENA: Von der alten Lena ist im mittlerweile vierten Album fast nichts mehr übrig - und dennoch sind die Songs weiter unverwechselbar Lena. Wo früher noch eine mädchenhafte Castingshow-Newcomerin sang, hört man heute eine erwachsene Frau. Nach den eingängigen und fröhlich-verspielten ersten beiden Alben kommt "Crystal Sky" wie schon "Stardust" noch mal um einiges nonkonformer daher.

WELCHEN SONG MUSS MAN HÖREN?
CONCHITA: "You Are Unstoppable". Streicher-Begleitung, ein pompöser Refrain gepaart mit ausladendem Gesang. Dazu die Message, dass man allen Menschen offen begegnen und sich von Hindernissen nicht aufhalten lassen sollte.

LENA: "Catapult". Der Song ist eine Kollaboration von drei Frauen: Von Kat Vinter, der englischen Rapperin Little Simz und Lena. Er ist stimmungsvoll, ein bisschen dunkel und elektronisch angehaucht.

UND IN ZUKUNFT?
CONCHITA: Beim ESC in Wien wird sich Conchita noch als Co-Host um die Künstler kümmern. Nach dem Finale am 23. Mai will sie dann auf Europatour gehen. "Ich würde gern alle Fans am ganzen Globus kennenlernen", sagte sie. Auch in Ländern, in denen sie angefeindet wird, würde sie gern auftreten. Russland sei beispielsweise denkbar, "wenn es eine entsprechende Einladung gibt".

LENA: "Am meisten freue ich mich auf meine Tour, auf Konzerte und Festivals im Sommer, und dass ich mit dem neuen Album live spielen kann", erzählt Lena. Zwar sind die Hallen etwas kleiner geworden, aber die Sängerin ist stolz darauf, ihren Werdegang zeigen zu können.

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