Berlin (dpa) l Wer ständig erschöpft ist und sich auch nach dem Wochenende oder gar nach dem Urlaub nicht erholt fühlt, hat Anzeichen für ein Burnout. Weitere Warnsignale sind Anspannung, verringerte Leistungsfähigkeit, Magenbeschwerden, Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten. Darauf weist Iris Hauth hin, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Wenn diese Symptome länger als zwei Wochen bestehen, können Betroffene davon ausgehen, dass es sich nicht nur um eine "schlechte Phase" handelt.

"Burnout ist ein Risikozustand der physischen und emotionalen Erschöpfung", erklärt Hauth. "Der kann zum Beispiel in Depressionen, Angststörungen und Abhängigkeitserkrankungen münden." Gefährdet sind Menschen, die einen sehr hohen Anspruch an sich selbst haben und sich stark über ihren Job und den beruflichen Erfolg definieren.

Auch wenn man für seine Arbeit nicht genug Anerkennung bekommt, kann dies das Phänomen begünstigen. "Burnout zieht sich durch alle Berufsgruppen", sagt Hauth. Wird etwa ständige Erreichbarkeit erwartet oder ist der Arbeitnehmer zunehmendem Druck ausgesetzt, kann das ein Burnout hervorrufen.

Wer Warnsignale bei sich feststellt, sollte so früh wie möglich gegensteuern. Ein erster Schritt ist ein Gespräch mit dem Arzt. Das kann der Hausarzt, ein Psychotherapeut oder Psychologe, aber auch der Betriebsarzt sein. Letzterer kann auch helfen, den Arbeitsplatz optimaler zu gestalten.

An der eigenen Haltung sollte man aber ebenfalls arbeiten: "Man kann sich einen Stundenplan aufstellen, in dem man ganz bewusst am Abend und am Wochenende echte Pausen einplant." Das kann Zeit auf dem Sofa sein, Unternehmungen mit der Familie, mit Freunden oder auch Sport. Ob der Stundenplan eingehalten wird, kontrolliert am besten die Familie oder Freunde.

Wenn das nicht hilft, kommt unter Umständen eine längerfristige psychotherapeutische Begleitung infrage. Darin wird dann an der eigenen Haltung, den hohen Ansprüchen und dem Selbstwertgefühl gearbeitet, erklärt Hauth. In schlimmen Fällen, wenn Betroffene stark erschöpft sind oder schon eine Depression entwickelt haben, kann auch die Behandlung etwa in einer Tagesklinik infrage kommen.