Wolfsburg (dpa) l VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh hat seine Forderung nach einer Dezentralisierung der Macht in dem zwölf Marken zählenden Autoreich bekräftigt. "Natürlich braucht ein Konzern dieser Größenordnung Zentralität, um Synergien zu heben. Aber gleichzeitig müssen wir im Sinne der Marken und Regionen so dezentral wie möglich agieren", sagte der VW-Aufsichtsrat dem "Manager Magazin".

Ein Beispiel für ein gut geöltes System mit viel Verantwortung auch fern von Wolfsburg sei China - der Erfolgsmarkt des Konzerns. "Wir brauchen keinen riesigen Vorstand mit aufgeblähten Stäben. (...) Das müssen wir uns für jede Funktion fragen", sagte Osterloh - schränkte aber ein: "Wir sprechen zunächst über Funktionen und Strukturen; um Personen wird es erst später gehen."

Neben Bereichsverantwortlichen wie einem Finanzchef gehörten die wichtigsten Markenchefs in den Konzernvorstand sowie der Chef der neuen Truck-Holding, Andreas Renschler. Derzeit zählt der Führungszirkel neun Top-Manager. Zur Nachfolgersuche für den zurückgetretenen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch (78), bei der Martin Winterkorn als Kandidat gilt, sagte Osterloh: "Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen und gemeinsam offen und sachgerecht über den Aufsichtsratsvorsitz diskutieren." Vorentscheidungen gebe es keine.