Berlin l Keine Woche ist es her, dass der Bundesrat beschloss, 30 Millionen Euro bereitzustellen, um Wohnungen und Häuser besser vor Einbrechern und Dieben zu schützen. Dafür hat sich nun auch der passende Nutznießer gefunden, der obendrein die Antragskosten einspart, weil er quasi um die Ecke sitzt: das Bundesinnenministerium.

Peinlich, dass ausgerechnet jenes Ministerium profanes Opfer Krimineller wurde, deren Bekämpfung es sich verschrieben hat. Doch es ist, wie es ist: Wasserhähne, Klobrillen und Halter fürs Toilettenpapier sind verschwunden. Und das ausgerechnet während des Umzugs im April. Gleich 34 Strafanzeigen hagelte es bei der Polizei. Die Zahl der dummen Gesichter dürfte ungleich größer sein. Schließlich mag ein Toilettenpapierhalter zwar unters Sakko passen. Aber Klobrillen klemmt sich niemand ungesehen in den Hosenbund. Wie also kann es sein, dass keiner etwas gesehen haben will? Nicht mal die Bundespolizei, die die 208 Millionen Euro teure neue Residenz des Bundesinnenministeriums bis zur Übergabe überwachen sollte.

Wer erwartet, dass zumindest der Bundesnachrichtendienst sachdienliche Hinweise zum Verbleib des Diebesgutes oder zu den Tätern geben könnte, der hat Watergate in Berlin verpasst. Waren Deutschlands Spitzel doch selbst nicht in der Lage, den Diebstahl von fünf Wasserhähnen zu bemerken, was Anfang März zur Beinahe-Flutung der neuen BND-Zentrale geführt hatte.

Vielleicht sollten unsere Bundesbehörden einfach zugeben, dass sie Hilfe brauchen. Innenminister Thomas de Maizière könnte mal vorsichtig bei der NSA nachfragen. Die soll sich mit Überwachung auskennen, auch in Deutschland ...