Ehrung in Berlin, Filme in Magdeburg

Der Deutsche Filmpreis Lola ist die renommierteste und höchstdotierte Auszeichnung für den deutschen Film. Die Lola wird von Staatsministerin Monika Grütters vergeben, nachdem die rund 1600 Mitglieder der Deutschen Filmakademie, die aus allen künstlerischen Sparten der Filmbranche stammen, über die Gewinner abgestimmt haben. Die Verleihung findet am 19. Juni in Berlin statt.

Das Lola@Festival Magdeburg im Studiokino zeigt vom 4. bis 10. Juni alle nominierten Filme.

In Zusammenarbeit mit der AG Kurzfilm werden zudem einen Tag vor dem Festival die Nominierten und Preisträgerfilme des Deutschen Kurzfilmpreises gezeigt: "So schön wie du", "Die Nacht des Elefanten", "El Carro Azur", "Patch" und "Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen". Termin: 3. Juni ab 20 Uhr.

Das komplette Programm im Internet unter studiokino.com, Telefonische Vorbestellungen unter (0391)2564950.

Magdeburg l "Im Labyrinth des Schweigens", "Jack", "Victoria", "Who Am I - Kein System ist sicher", "Wir sind jung. Wir sind stark" und "Zeit der Kannibalen" haben die Nominierung zum Besten Spielfilm erhalten. Alle sechs Filme werden vom 4. bis 10. Juni im Studiokino Magdeburg gezeigt. Mehr noch: Das Cineasten-Haus am Moritzplatz bietet den Zuschauern auch sämtliche Nominierungen der Kinder- und Jugend- sowie der Dokumentarfilme. Zudem kommen jene Streifen auf die Leinwand, die in einzelnen Kategorien Chancen auf Ehrungen haben wie "Stereo" (Bester Schnitt). 21 Filme sind es insgesamt. Sieben Tage geballte deutsche Filmkunst.

Eröffnet wird das Lola@Festival in Magdeburg am Donnerstag mit dem Sebastian-Schipper-Film "Victoria". Er reist mit gleich neun Nominierungen nach Berlin. Für Frank Salender, Geschäftsführer des Studiokinos, ist die Geschichte einer atemlosen Nacht in den Straßen von Berlin der Favorit bei der Filmpreisverleihung. Und das nicht nur wegen des Kamera-Experiments: 140 Minuten mit nur einer Kameraeinstellung, die nahtlos die Schauplätze und das Geschehen miteinander verknüpft. Für Salender ist auch bemerkenswert, dass Laia Costa und Frederick Lau, beide ganz jung und in ihrem ersten Langfilm zu sehen, sofort für die Kategorien Beste Hauptdarstellerin bzw. Bester Hauptdarsteller nominiert worden sind. "Victoria" hatte auf der Berlinale im Februar Premiere, der norwegische Kameramann wurde mit dem Silbernen Bären geehrt.

"Das vergangene Kinojahr hat ein selten großes Filmspektrum geboten", sagt Cineast Salender. "Vor allem zahlreiche Komödien überzeugten neben den mit großem Aufwand produzierten Dramen." Das Festival in Magdeburg begreife schon die Nominierung zum Deutschen Filmpreis als große Würdigung einer künstlerischen Leistung. Dass zum wiederholten Mal im Haus alle Filme in einer Festivalwoche präsentiert werden, "ist für uns ein besonderer Moment in Sachen Kinokultur und Programmangebot", sagt der Studiokino-Chef. Möglich wird die Festivalwoche durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Filmakademie und dem Land Sachsen-Anhalt.

Insgesamt 14 der für die Lolas nominierten Filme wurden von der Mitteldeutschen Medienförderung unterstützt, darunter "Als wir träumten" von Regisseur Andreas Dresen nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman des Schriftstellers Clemens Meyer, "Zeit der Kannibalen" (Regie: Johannes Naber) und "Die geliebten Schwestern" von Dominik Graf, der mit Nennungen in fünf Kategorien ins Rennen um die Lolas geht.

In Magdeburg gezeigt wird auch "Elser", der Film von Oliver Hirschbiegel über Hitler-Attentäter Georg Elser. Die Titelrolle spielt der gebürtige Magdeburger Christian Friedel. Er ist für die beste männliche Hauptrolle nominiert, der Film hat weitere sechs Nominierungen.

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