Berlin (dpa). Die Bundeswehr wird möglicherweise ihr Engagement in Afrika deutlich ausweiten. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" könnten deutsche Streitkräfte einen EU-Militäreinsatz in Zentralafrika mit Transportflugzeugen und Luftbetankung unterstützen. Zudem soll die deutsch-französische Brigade die bereits laufende Mission in Mali verstärken. Vorentscheidungen zu beiden Einsätzen könnten heute fallen.

Außenminister: Europa darf Frankreich nicht alleine lassen

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte, Deutschland sei zu einer Beteiligung mit kämpfenden Einheiten nicht gefragt und auch nicht darum gebeten worden. "Aber über Möglichkeiten stärkerer Unterstützung, etwa in Mali, müssen wir nachdenken." Europa dürfe Frankreich nicht alleine lassen.

Am Dienstag will Steinmeier nach Paris reisen, um mit seinem französischen Amtskollegen mögliche Einsätze in Afrika zu besprechen. Heute ist auch der Antrittsbesuch von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Paris geplant. Bei dem Treffen mit ihrem Amtskollegen Jean-Yves Le Drian soll auch Afrika ein Thema sein.

Am Montag könnte beim Treffen der EU-Außenminister in Brüssel die Entscheidung für einen Einsatz in Zentralafrika fallen. Die Außenminister werden wohl für die Entsendung von 700 bis 1000 Soldaten in die Zentralafrikanische Republik stimmen. Diese sollen vor allem für die Sicherheit des Flughafens der Hauptstadt Bangui sorgen. Sowohl für einen Bundeswehr-Einsatz in der Zentralafrikanischen Republik als auch für ein militärisches Engagement in Mali wäre ein Bundestagsmandat nötig.

Entscheidung im Fall Mali schon im Februar

Im Fall Mali soll eine Entscheidung bis zum deutsch-französischen Verteidigungsrat am 19. Februar getroffen sein. In Mali und im Senegal sind derzeit 170 deutsche Soldaten für den Lufttransport und die Ausbildung malischer Soldaten stationiert.