Berlin (dpa) l Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat für Auslandseinsätze der Bundeswehr eine stärkere friedenspolitische Verpflichtung angemahnt. Schon bei der Entsendung der Truppe durch den Bundestag müssten klare zivile Zielsetzungen und eine "Exit Strategie" vereinbart werden, forderte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider am Montag bei der Vorstellung eines Positionspapiers zum Afghanistan-Einsatz. "Wir reden nicht mehr vom gerechten Krieg, wir reden vom gerechten Frieden", so Schneider. Das Papier nähre den grundsätzlichen Zweifel, dass der Weg zu einem gerechten Frieden mit militärischer Gewalt zu erreichen sei.

Der Afghanistan-Text unter dem Titel "Selig sind die Friedfertigen" wurde unter Leitung des früheren Bundesverfassungsgerichtspräsidenten Hans-Jürgen Papier erarbeitet. Papier sprach mit Blick auf den auslaufenden Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch von "gravierenden Defiziten". Die Förderung von Sicherheit, Entwicklung und Rechtsstaatlichkeit sei trotz großer Anstrengungen nur unzureichend gelungen: "Ein friedens- und sicherheitspolitisches Gesamtkonzept unter dem Primat des Zivilen hat weitgehend gefehlt."