Konservativ. Kardinal Joachim Meisner (80) galt 25 Jahre lang als einer der profiliertesten konservativen Vertreter der katholischen Kirche. Nach seiner festen Überzeugung darf die Kirche ihre Lehre nicht an den Zeitgeist anpassen.

Der "Wachhund Gottes", als den er sich selbst bezeichnete, stammt aus einer ebenso einfachen wie frommen Familie aus Schlesien. 1962 wurde er in Erfurt zum Priester geweiht, 1980 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Bischof von Berlin. Mit dem polnischen Papst verband ihn die Erfahrung eines Lebens im Kommunismus. Beide wurden dadurch in ihrer Überzeugung bestärkt, dass der Mensch allein nicht in der Lage ist, eine humane Gesellschaftsordnung aufzubauen.

Erzbischof. 1988 rückte Meisner an die Spitze eines der reichsten Bistümer der katholischen Welt auf: Er wurde Erzbischof von Köln.