Manfred Behrens kann ein Lied von Funklöchern bei der digitalen Kommunikation singen. Auf der Bahnstrecke von Magdeburg nach Berlin hat es der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Ebendorf bei Barleben (Bördekreis) ständig mit "weißen Flecken" zu tun, in denen weder Handy noch Internet funktionieren.

Das zu ändern, gehört zu seinen Aufgaben im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur. Der Zuschnitt ist neu in dieser Legislaturperiode, denn vorher war Verkehr mit Bau und nicht mit Digitalem verbunden.

"Wir müssen mit der Bahn reden. Das ist ein Verkehrsmittel der Zukunft und da geht es nun mal nicht ohne Internet", erklärt Behrens im Volksstimme-Gespräch. Auch sonst soll es mit dem Ausbau des Breitbandnetzes zügig vorangehen. Ziel des Ausschusses ist es, "dass jeder in Deutschland bis 2017 an schnelles Internet kommt."

Siedlungen erreichen

In Sachsen-Anhalt habe man es in unterversorgten ländlichen Regionen zunächst mit dem Anschluss von Gewerbebetrieben versucht, um dann auch die Siedlungen zu erreichen. Behrens: "Aber das reicht nicht aus - und das trifft auf ganz Deutschland zu." Um richtig voranzukommen hat der zuständige Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) in der Vorwoche die Netzallianz Digitales Deutschland gegründet.

CDU-Politiker Behrens ist als Ebendorfer Ortsbürgermeister mit dem Zusammenspiel aller Verwaltungsebenen vertraut. Das ist beim Themenfeld "Fahrräder", das Behrens beackert, von Nutzen - genauer beim Bau von Radwegen, von denen es im ländlichen Raum immer noch zu wenige gibt - in Börde und im Jerichower Land im dortigen Genthiner Raum in Richtung Brandenburg oder in Richtung Niedersachsen.

Konkret geht es um den Mangel an Radler-Schneisen entlang der B 1. "Dafür möchte ich mich starkmachen", sagt Behrens. Vor allem sichere Radwege müssten her, da die Radler demografisch bedingt immer älter würden.

Um die Probleme zu lösen, hilft der Erfahrungsaustausch mit dem Ausschusskollegen Günter Lach, Ortsbürgermeister von Vorsfelde bei Wolfsburg. "Das Gebiet grenzt direkt an meinen Wahlkreis." Auch das Radwegesystem an den Wasserstraßen wie der Elbe oder dem Mittellandkanal hält Behrens für ausbaufähig. Für sämtliche Verkehrswege haben sich der 57-Jährige und seine Ausschusskollegen mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan von für 2015 bis 2030 zu befassen. Mit "bedarfsgerechter Dimensionierung von Neu- und Ausbauprojekten", wie es im Koalitionsvertrag heißt.

Behrens persönlich hat auch einen exotischen Aufgabenbereich: Oldtimer in Deutschland! Behrens findet das wichtig, weil hier eine Menge Enthusiasten hobbymäßig "das Auto als historisches Kulturgut behandeln". Oldtimer-Ralleys, Museen, Ausstellungen - all dies werde meist ehrenamtlich organisiert. "Das unterstütze ich sehr."