Athen (dpa) l Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das schuldengeplagte Griechenland zur Fortsetzung seines Reformkurses ermuntert und dabei weitere Unterstützung Deutschlands zugesagt. "Der Weg ist noch nicht zu Ende gegangen", sagte sie am Freitag in Athen. Nach den Worten von Ministerpräsident Antonis Samaras wird Griechenland Reformen vorantreiben. Sein Land brauche aber kein weiteres, drittes Hilfsprogramm.

Die Kanzlerin äußerte sich beim Thema Hilfen zurückhaltend. Im Herbst werde man klarer sehen, welches weitere Vorgehen nötig sei. Ende 2014 laufe das jetzige Programm aus. Bis dahin werde erkennbar sein, wie etwa die langfristige Schuldentragfähigkeit aussieht. Merkel ermunterte die Griechen: Harte Fakten zeigten, dass sich schwierigste Anstrengungen gelohnt hätten. Sie sagte dem Euro-Partner weitere Hilfen zu, etwa beim Aufbau eines Wachstumsförderungsinstituts mit einem Darlehen von 100 Millionen Euro.

"Griechenland hat es geschafft"

Nach den Worten Samaras` sind die Zweifel an der Mitgliedschaft Griechenlands im Euroraum seit der erfolgreichen Rückkehr des Landes an die Kapitalmärkte vom Vortag vorbei. "Griechenland hat es geschafft", sagte der amtierende EU-Ratspräsident. Sein Land wolle sich mit deutscher Hilfe bei Startup-Unternehmen engagieren. Athen werde sich generell um mehr Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft bemühen. Die Griechen hofften im übrigen auch wieder auf mehr deutsche Touristen.

Merkel sagte, gerade in den für Griechenland klassischen Wirtschaftsbereichen Tourismus und Landwirtschaft stecke viel Potenzial. Sie plädierte dafür, über eine Verlängerung der Tourismussaison nachzudenken.

Der Besuch Merkels war auch als Zeichen des Vertrauens für Samaras gedacht. Der frühere griechische Außenminister Dimitris Droutsas kritisierte dies als Inszenierung im Europa-Wahlkampf. Der Sozialist warnte vor zu viel Euphorie über Griechenlands Aktivitäten auf den Finanzmärkten.