Das Wort "Titel" hat Bundestrainer Joachim Löw bei der Präsentation seines WM-Kaders bewusst vermieden. Auch auf großes Brimborium verzichtete der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bei der Vorstellung der 30 Kandidaten für Brasilien. Gut fünf Wochen vor dem ersten Gruppenspiel übt sich der DFB in Bescheidenheit. Der vierte Titel ist zwar weiter das große Ziel. Löw Co. wissen aber um die Schwere der Aufgabe und versuchen, die Erwartungshaltung nicht weiter zu schüren.

Mit seiner Auswahl ist sich Löw treu geblieben. Vor seinem vierten großen Turnier hat der Bundestrainer den Konkurrenzkampf wieder mit einigen überraschenden Nominierungen befeuert. Mario Gomez, selbst in Top-Verfassung umstritten, musste mangels Wettkampfpraxis gleich zu Hause bleiben.

Ob jugendlicher Elan und große Kreativkraft im Mittelfeld die mitunter mangelnde Erfahrung und fehlende Durchschlagskraft sowie mangelnde Alternativen im Angriff aufwiegen können, wird erst die WM zeigen. Vielleicht darf Löw aber nach erfolgreicher Vorrunde gegen Portugal, Ghana und die USA das Wort "Titel" wieder in den Mund nehmen. Möglich ist es. Sport