Berlin (dpa) l Bundespräsident Joachim Gauck sieht Deutschland bei der Übernahme von mehr internationaler Verantwortung in der Pflicht, notfalls auch militärische Mittel einzusetzen. Es gehe dabei nicht um ein "deutsches Dominanzgebaren" wie in vergangenen Jahrhunderten, sagte Gauck am Sonnabend im Deutschlandradio Kultur. "Das Gegenteil ist gemeint. Es ist im Verbund mit denen, die in der Europäischen Union oder in der Nato mit uns zusammengehen, ein Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen." Im Kampf für Menschenrechte oder für das Überleben unschuldiger Menschen "ist es manchmal erforderlich, auch zu den Waffen zu greifen", sagte Gauck.

Bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz Ende Januar hatte Gauck für eine Außenpolitik des Einmischens statt Wegsehens geworben. Scharfe Kritik kam vom Linken-Poiltiker Jan van Aken. Er sieht Gauck zwischen "Feldherr und Weltpolizist".