Potsdam (epd/dpa) l Die Rentenversicherung hat vor den Auswirkungen des Rentenpakets der Bundesregierung gewarnt. Der Rentenbeitragssatz werde bis 2030 stärker steigen als ohne die Reform, das Rentenniveau stärker sinken, sagte der Vorsitzende des Bundesvorstands der Deutschen Rentenversicherung, Alexander Gunkel, am Mittwoch bei der Bundesvertreterversammlung in Potsdam.

Gunkel erklärte, nach den Finanzschätzungen könne der Rentenbeitragssatz bis 2019 bei den aktuell 18,9 Prozent bleiben. 2020 müsse er auf 19,4 Prozent erhöht werden. Bis 2030 werde der Beitragssatz auf voraussichtlich 21,9 Prozent steigen. Damit würde er um 0,4 Prozentpunkte höher liegen als ohne die Reform mit Mütterrente und Rente mit 63, die zum 1. Juli in Kraft tritt. Zugleich werde das Rentenniveau bis 2030 mit voraussichtlich 43,8 Prozent des Durchschnittsverdienstes um 0,5 Prozentpunkte niedriger liegen als ohne Reform. Das kürzlich vom Bundestag verabschiedete Paket tritt zum 1. Juli in Kraft.

Rentenversicherungspräsident Axel Reimann sagte, man werde die Mütterrente für Versicherte, die zum 1. Juli in Rente gehen, bereits berücksichtigen können. Bei den weiteren rund 9,5 Millionen Berechtigten, deren Rente sich erhöht, werde die Umsetzung allerdings Zeit benötigen. Bei der Rente mit 63 gebe es zusätzlichen Bearbeitungsauswand besonders für Fälle, in denen Zeiten der Arbeitslosigkeit berücksichtigt werden müssen.

Nach Rentenpaket und Mindestlohn will sich Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nun auf die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit konzentrieren. "Wir dürfen die Leute nicht aufgeben. Und die Leute selber dürfen nicht aufgeben", sagte Nahles am Mittwoch bei der zweiten Beratung ihres Haushaltes 2014 im Bundestag. Nahles verwies darauf, dass 46 Prozent der Langzeitarbeitslosen länger als vier Jahre arbeitslos seien. Meinung