Kiew/Moskau (dpa) l Wegen der blutigen Kämpfe in der Ostukraine hat die Regierung in Kiew den Bewohnern der umkämpften Regionen zur Flucht geraten. "Für Zivilisten ist es besser, Donezk und Lugansk zu verlassen", sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat am Montag. Die "Anti-Terror-Operation" werde fortgesetzt, in jeder Stadt gebe es Fluchtkorridore. Die Armee müsse schnell handeln, damit die prorussischen Separatisten sich nicht neu formieren und mit Nachschub ausrüsten könnten.

Die ukrainische Armee setzte am Montag ihren Angriff auf die Großstadt Donezk mit unverminderter Härte fort. Regierungseinheiten beschossen Stellungen der Aufständischen mit schwerer Artillerie. Nach Angaben der Führung in Kiew stieg die Zahl der seit Beginn der "Anti-Terror-Operation" getöteten Soldaten auf mehr als 560. Zudem starben Schätzungen zufolge Hunderte Zivilisten und aufständische Kämpfer.

Wie Montagabend bekannt wurde, ist nun auch der Weg für eine internationale Hilfsmission für die Bevölkerung im Osten der Ukraine frei. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko stimmte einem solchen Einsatz nach einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama zu. An der Mission unter Leitung des Internationalen Roten Kreuzes sollen sich Russland, die EU, Deutschland und andere Partner beteiligen, wie die Präsidialverwaltung mitteilte. Es gehe um einen Einsatz für die besonders betroffene Region Lugansk.

Russland hatte mehrfach eine Hilfsmission gefordert und dem Westen Zögerlichkeit und "Blindheit" für die Notlage der Menschen vorgeworfen. Der Westen hatte Russland gewarnt, eigenmächtig unter dem Deckmantel einer Friedensmission einzumarschieren.