Kabul (dpa) l Nach monatelanger Verzögerung hat die afghanische Regierung den Weg für einen internationalen Militäreinsatz über das Jahresende hinaus freigemacht. In einer im Fernsehen übertragenen Zeremonie unterzeichnete der Sicherheitsberater des neuen Präsidenten Ashraf Ghani, Hanif Atmar, am Dienstag in der Hauptstadt Kabul das dafür notwendige Sicherheitsabkommen mit den USA und der Nato. Damit ist der drohende Totalabzug aller Truppen in drei Monaten abgewendet.

Die Abkommen sehen für ausländische Soldaten Immunität vor afghanischer Rechtsprechung vor, was eine Bedingung der USA und der Nato für einen weiteren Militäreinsatz war. Der Nato-Kampfeinsatz in dem Land läuft zum Jahresende aus.

Auch Kampftruppen bleiben

Ihm soll ein kleinerer Einsatz zur Ausbildung und Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte mit rund 12 000 Soldaten folgen. Deutschland will sich mit bis zu 800 Soldaten an dieser Mission mit Namen "Resolute Support" beteiligen. Allerdings wollen die USA bis Ende 2016 bis auf ein Kontingent zum Schutz ihrer Botschaft in Kabul alle Soldaten aus Afghanistan abziehen. Das würde auch das Ende von "Resolute Support" bedeuten.

Der künftige Nato-Einsatz wird nach Angaben des deutschen Nato-Generals Hans-Lothar Domröse nur etwa 1200 bis 1400 militärische Ausbilder und Berater umfassen. Die große Mehrheit der Soldaten werde für Logistik, insbesondere medizinische Versorgung, und den Schutz der eigenen Leute sorgen. Unter den 12 000 Soldaten werden auch Kampftruppen sein. Meinung