Berlin (dpa) l Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will mit den USA über eine Verlängerung der Ausbildungsmission für afghanische Sicherheitskräfte über 2016 hinaus reden. Aus der Erfahrung im Irak und dem dortigen Kampf gegen die Terrormiliz IS müssten Lehren gezogen werden, sagte Merkel einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge.

Die irakischen Sicherheitskräfte seien nach dem kompletten Abzug der US-Armee schnell erodiert und kämen heute kaum noch gegen die IS-Kämpfer an, habe Merkel in einer vertraulichen Sitzung des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag laut Teilnehmerangaben gesagt. Auch der Zustand der afghanischen Sicherheitskräfte mache ihr Sorgen. Sie gelten zurzeit als nicht in der Lage, gegen die Taliban zu bestehen.

Der Nato-Kampfeinsatz in Afghanistan läuft zum Jahresende aus. Ihm soll ein kleinerer Einsatz zur Ausbildung und Unterstützung afghanischer Sicherheitskräfte mit rund 12 000 Soldaten folgen. Deutschland will sich mit bis zu 800 Soldaten an diesem Einsatz "Resolute Support" beteiligen. Allerdings wollen die USA bis Ende 2016 bis auf ein Kontingent zum Schutz ihrer Botschaft in Kabul alle Soldaten aus Afghanistan abziehen. Das würde auch das Ende von "Resolute Support" bedeuten.