Brüssel (dpa) l Die EU-Kommission hat ihre Nachforderung von rund 2,1 Milliarden Euro an Großbritannien verteidigt. Die EU-Staaten hätten Mitte Oktober gewusst, welche Forderungen auf sie zukommen würden, sagte EU-Haushaltskommissar Jacek Dominik am Montag in Brüssel. "Ich war überrascht von der Reaktion, weil es bis zu diesem Moment keinerlei Signal aus der britischen Verwaltung gab, dass sie ein Problem mit dieser Zahl haben."

Premier David Cameron hatte beim EU-Gipfel am Freitag wütend auf die Rechnung aus Brüssel reagiert. London soll den Milliardenbetrag wegen seiner unerwartet hohen Wirtschaftsleistung für das EU-Budget nachzahlen. Er werde nicht wie gefordert zum 1. Dezember zahlen, hatte Cameron angekündigt.

Wenn London das Geld nicht Anfang Dezember überweist, erhalte die Regierung einen Brief aus Brüssel mit der Bitte um Erläuterungen, so Dominik. "Wenn es in den kommenden Wochen und Monaten keine Verbesserung gibt, dann wird ein Moment kommen, wenn die Kommission mit der Verhängung eines Bußgeldes für späte Zahlung beginnen wird."

Einen Zahlungsaufschub schloss Dominik mit Blick auf geltende Regeln aus.