Berlin (dpa) l Unkonventionelle Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten soll in Deutschland nicht grundsätzlich verboten, aber auf ein Minimum begrenzt werden. Das sieht ein Gesetzesentwurf von Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium vor. "Wir legen die strengsten Regelungen im Bereich Fracking vor, die es jemals gab", sagte Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Allerdings werden erste Eckpunkte etwas aufgeweicht. Zunächst sollte Fracking in Schiefer- und Kohleflözgestein bis 2021 zu kommerziellen Zwecken verboten und nur Forschungsprojekte erlaubt werden. Nun können Konzerne ab 2019 auf die kommerzielle Ausbeutung von Vorkommen hoffen.

Für Trinkwasser- und Naturschutzgebiete wird das Verfahren, bei dem das Gestein mit hohem Druck aufgebrochen wird, verboten. Auch in anderen Gebieten sollen Fracking-Vorhaben in Schiefer- und Kohleflözgestein oberhalb von 3000 Metern untersagt werden. Die Vorkommen liegen meist bei 1000 bis 2000 Metern.

Unternehmen können Probebohrungen zur Erforschung beantragen. Stimmen die Landesbehörden zu, gilt hierfür die 3000-Meter-Grenze nicht mehr. Wollen die Unternehmen anschließend Gasvorkommen kommerziell fördern, prüft eine sechsköpfige Expertenkommission. Hat sie keine Bedenken, kann die Landesbehörde die Förderung genehmigen, sie muss es aber nicht. Meinung