Lima/Berlin (epd) l Umweltverbände und Entwicklungsorganisationen haben mit großer Enttäuschung auf die Ergebnisse des Klimagipfels von Lima reagiert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sprach am Sonntag in der peruanischen Hauptstadt von einer "Vereinbarung auf kleinstem gemeinsamen Nenner". Auch die Umweltorganisationen Greenpeace, WWF und Naturschutzbund Deutschland (Nabu) sehen ihre Erwartungen in die zuvor wegen des Ringens um ein Schlussdokument verlängerte 20. UN-Klimakonferenz bei weitem nicht erfüllt.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte hingegen, die Entscheidungen von Lima ebneten den Weg zu einem "universellen und gehaltvollen Abkommen" für den Klimaschutz im kommenden Jahr. Die Staaten müssten auf ihrem nächsten Treffen im Februar substanzielle Verhandlungen beginnen, um den neuen Klimavertrag unter Dach und Fach zu bekommen.

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) begrüßte das Schlussdokument und sieht nun den Weg frei für einen neuen weltweiten Klimavertrag, der 2015 in Paris verabschiedet werden soll. Der Gipfel von Lima eröffne alle Möglichkeiten für ambitionierten, weltweiten Klimaschutz, sagte Hendricks.

Das Schlussdokument enthält nach Angaben des Bundesumweltministeriums erste Grundzüge eines neuen Klimaschutzabkommens. Dieses würde erstmals alle Staaten umfassen, während dem Kyoto-Protokoll zuletzt weniger als 40 Staaten gefolgt seien. Lima sehe vor, dass alle Staaten eigene Klimaschutzbeiträge vorlegten.

Hendricks verwies zudem auf Erfolge des Klimagipfels in Lima bei der Finanzierung. In den Klimafonds seien von den Staaten mehr als zehn Milliarden US-Dollar eingezahlt worden. Dies schaffe die finanzielle Basis, um Entwicklungsländer beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Der Fraktionschef der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, sagte, die Staaten seien "in Richtung Paris ein kleines Stückchen weiter gekommen".