Spitzenpolitiker vieler Länder haben den Pariser Solidaritätsmarsch für die Terroropfer angeführt. Auch in Deutschland war die Anteilnahme groß.

Paris/Berlin (dpa) l Bei einer der größten Kundgebungen der Nachkriegszeit haben Hunderttausende in Paris zusammen mit Staats- und Regierungschefs dem Terrorismus ihre Solidarität entgegengesetzt. Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel starteten am Sonntagnachmittag untergehakt zum großen Marsch im Zentrum der Hauptstadt.

Die Spitzenpolitiker aus aller Welt versammelten sich unweit der von Menschen übersäten Place de la République. Außerhalb von Paris demonstrierten in zahlreichen französischen Städten insgesamt rund 500000 Menschen.

An der Spitze liefen in Paris Angehörige von Terroropfern. Eine Welle von islamistischen Terroranschlägen, Morden und Geiselnahmen hatte in der vorigen Woche das Leben von 17 unschuldigen Menschen ausgelöscht.

18000 gedenken in Berlin

An dem Marsch nahmen auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Palästinenserchef Mahmud Abbas, der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und EU-Ratspräsident Donald Tusk teil. Tausende Polizisten und Soldaten waren für die Sicherung des Solidaritätsmarsches im Osten von Paris mobilisiert.

Ermittler suchen weiter

Auch in Deutschland war die Anteilnahme groß. In mehreren Städten gab es Gedenkaktionen, allein in Berlin waren rund 18000 Menschen zum Pariser Platz und den umliegenden Straßen gekommen. Viele Menschen hielten Schilder hoch, auf denen stand "Je suis Charlie". Außerdem wurde ein großes Plakat gezeigt, auf dem es hieß: "Berlin ist Charlie".

In Hannover versammelten sich rund 300 Franzosen und Deutsche. Etliche hielten - im Gedenken an die getöteten Karikaturisten - Kugelschreiber oder Bleistifte als Zeichen der Pressefreiheit in die Höhe. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland plant für den morgigen Dienstag eine Mahnwache für Weltoffenheit und Toleranz in Berlin.

Nach dem dramatischen Ende der Anti-Terror-Einsätze suchten die Ermittler in Frankreich auch am Sonntag noch mögliche Unterstützer der islamistischen Gewalttäter. Nach dem Tod der Attentäter gilt weiterhin die höchste Alarmstufe. Intensiv gefahndet wird nach der flüchtigen Lebensgefährtin eines der getöteten Terroristen. Die 26-Jährige soll Frankreich aber schon einige Tage vor dem Anschlag auf das Satireblatt "Charlie Hebdo" verlassen haben. Meinung