Rom/Jerusalem (dpa) l Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft zum Ende von Krieg und Gewalt aufgerufen und das Atomabkommen mit dem Iran gelobt. Er hoffe, dass die Vereinbarung "ein endgültiger Schritt in Richtung auf eine sicherere und brüderlichere Welt" sei, sagte der 78-Jährige am Sonntag vor Tausenden Pilgern auf dem Petersplatz in Rom. Die Botschaft und der traditionelle Segen "Urbi et Orbi" waren der Höhepunkt der Feiern. In Rom und im Heiligen Land feierten Zehntausende Christen Ostern und erinnerten an die Auferstehung Jesu.

Franziskus sagte, er sei angesichts der am Donnerstag erzielten vorläufigen Übereinkunft mit Iran "voll Hoffnung". Das Abkommen soll dazu führen, dass der Iran seine nuklearen Aktivitäten deutlich einschränkt und der Westen im Gegenzug seine Wirtschaftssanktionen aufhebt. Ein bindender Vertrag soll bis Ende Juni verhandelt werden.

Friedensgebet für Nahost


Der Papst rief zum Ende von Kriegen und Gewalt in den Krisenregionen der Welt auf und betete für Frieden im Nahen Osten. "Möge zwischen Israelis und Palästinensern die Kultur der Begegnung wachsen und der Friedensprozess wieder aufgenommen werden", sagte er.

In Jerusalem erinnerte der lateinische Patriarch Fuad Twal in seiner Osterbotschaft daran, dass im Nahen Osten täglich "tragische Ereignisse" passierten. "Als Christen müssen wir im Herzen des Nahen Ostens, der von Kriegen und Gewalt erschüttert wird, andere Zeichen der Hoffnung setzen."

Das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land hatte am Sonntag in der Grabeskirche in Jerusalem die Messe zur Auferstehung von Jesus Christus gefeiert. Nach christlichem Glauben steht die Grabeskirche am Ort der Kreuzigung und Wiederauferstehung Jesu.

Papst Franziskus erinnerte in seiner Osterbotschaft und nach dem Regina-Coeli-Gebet am Montag an das Schicksal verfolgter Christen und gedachte auch der in Kenia getöteten Studenten. "Ich wünsche mir, dass die internationale Gemeinschaft nicht stumm bleibt und tatenlos zusieht angesichts dieser inakzeptablen Verbrechen", sagte er am Ostermontag. Er forderte Verteidigung und Schutz für "die Verfolgten, Vertriebenen, Getöteten, Enthaupteten, nur weil sie Christen sind."

Zuvor feierte Franziskus mit den Gläubigen, die im strömenden Regen mit Schirmen ausharrten, die Messe zur Auferstehung Christi. Die Botschaft und den Segen verfolgten Millionen Menschen in aller Welt im TV und im Internet. Für Syrien und den Irak forderte Franziskus ein Ende des "Getöses der Waffen".