Fünf Parteien könnte nach Umfragen der Sprung in die Bürgerschaft gelingen. Die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, GAL, Linke und FDP im dpa-Porträt:

p Christoph Ahlhaus (CDU): Obwohl Amtsinhaber und damit eigentlich im Vorteil, sieht es für den 41-jährigen gebürtigen Heidelberger derzeit nicht gut aus. Umfragen bescheinigen seiner CDU nach dem Aus von Schwarz-Grün desaströse Werte. Der Bankkaufmann mit juristischem Staatsexamen, der gern ein Bürgermeister "zum Anfassen" sein will, kämpft ums politische Überleben. Ahlhaus – vor dem Rücktritt des bei den Bürgern beliebten Bürgermeisters Ole von Beust Innensenator – zählt zum bürgerlich-konservativen Lager. Innerhalb der Partei, der er seit 1985 angehört, gilt der Vorsitzende des einflussreichen Kreisverbands Nord als gut vernetzt. Ahlhaus ist verheiratet.

p Olaf Scholz (SPD): Glaubt man den Umfragen, ist er der kommende Bürgermeister der Hansestadt. Hamburgs SPD-Vorsitzender, seit 1975 Parteimitglied, hat bereits eine lange politische Karriere hinter sich. Er war Juso-Vize, Hamburger Innensenator, Generalsekretär unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesarbeitsminister in der Großen Koalition. Seit 1998 sitzt der 52-jährige gebürtige Osnabrücker im Bundestag und ist seit 2009 SPD-Bundesvize. Seine Art gilt manchen als überheblich, Kritiker warfen dem Juristen schon ein "napoleonisches Gehabe" vor. Der Ehemann der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Britta Ernst möchte im Falle eines Wahlsiegs mit den Grünen koalieren.

p Anja Hajduk (GAL): Die Grünen-Spitzenkandidatin gilt als manchmal etwas spröde wirkende Politikerin, die sich aber durchzusetzen weiß. Schon bei den Verhandlungen für Deutschlands erste schwarz-grüne Koalition auf Landesebene vertrat die studierte Psychologin selbstbewusst grüne Positionen. Die 47-jährige gebürtige Duisburgerin trat 1995 den Grünen bei, wurde 2002 Landesvorsitzende und 2004 haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag. Beide Ämter gab die begeisterte Sängerin und Bergsteigerin auf, als sich in Hamburg Schwarz-Grün abzeichnete. 2008 wurde sie Umweltsenatorin, musste dabei auch das den Grünen verhasste Kohlekraftwerk Moorburg genehmigen.

p Dora Heyenn (Linke): Dora Heyenn ist in der norddeutschen Politik keine Unbekannte. Fast 30 Jahre engagierte sich die 61 Jahre alte Biologie- und Chemielehrerin in der schleswig-holsteinischen SPD, gehörte auch dem Landtag in Kiel an. 1999 verließ die auf der Insel Fehmarn geborene Mutter dreier Kinder jedoch die Partei, weil die Sozialdemokratie "zu oft ihre Grundsätze verraten" habe. 2005 trat sie "in bewusster Opposition zur "Agenda 2010"" in die WASG ein, beteiligte sich an der Gründung der Partei Die Linke und führte diese 2008 erstmals in die Bürgerschaft. Dort pflegt sie als Fraktionsvorsitzende einen selbst beim Gegner anerkannten unaufgeregten Politikstil.

p Katja Suding (FDP): Böse Zungen nennen die 35-Jährige wegen ihres Aussehens bereits "Westerwelles next Topmodel". Die Mutter zweier Söhne ist erst seit April 2006 FDP-Mitglied und ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. 2009 kandidierte die in Vechta geborene PR-Beraterin und haushaltspolitische Sprecherin der FDP erfolglos im Wahlkreis Altona als Direktkandidatin für den Bundestag. Das Spitzenpersonal der FDP Hamburg gilt traditionell als zerstritten. Wohl auch deshalb haben die Liberalen Suding ins Rennen geschickt. Umfragen sehen die FDP derzeit knapp im Parlament. Bei den Wahlen 2004 und 2008 war sie an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

   

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