Stresstest werden neumodisch Überprüfungen von irischen Banken, Bauprojekten wie Stuttgart 21 oder Kernkraftwerken genannt. Früher hätte Belastungsprobe gereicht: Einer solchen ist gerade auch das Verhältnis der Bundesregierung zur deutschen Wirtschaft ausgesetzt, namentlich zu den Energiekonzernen.

Erst schien alles gut: Die Verlängerung der Atomlaufzeiten sicherte der Branche fette Profite. Mit der Ruck-zuck-Stilllegung der ältesten Meiler, dieser schon beim Start explodierten Wahlkampfrakete, kamen die Ener-giebosse ins Grübeln. Ist auf Kanzlerin Merkel noch Verlass? Und was ist in Minister Röttgen gefahren, der schon mal oberster Wirtschaftslobbyist werden sollte? Jetzt wird für die Aktionärspfründe geklagt. Die gehen offenbar vor Reaktorsicherheit. Noch zeigt sich die Koalition gelassen. Sollte sie doch wieder einknicken, würde sie im wichtigsten Stresstest durchfallen: Nicht länger regierungsfähig – Stempel drauf.(Politik)