Heute werden in der Burger Clausewitz-Kaserne erstmals nach dem Aussetzen der Wehrpflicht freiwillige Rekruten mit einem öffentlichen Gelöbnis eingeschworen. Dieser Akt steht für einen Umbruch. Trotz schrumpfender Größe, wie in der angekündigten Reform absehbar, muss die Bundeswehr deutlich mehr dafür tun, ihre Reihen schlagkräftig zu füllen.

Gestern waren über 600 Schüler in der Burger Kaserne. Es ging um berufliche Perspektiven. Das Interesse am Soldaten-Beruf wächst, wenn es etwas zum Angucken und Anfassen gibt, ist das Kalkül der Macher. Ob es etwas bringt, muss sich erst zeigen. Risiko und Stress von Kriegseinsätzen, von Tod und Zerstörung werden in Werbeveranstaltungen kaum nachzuempfinden sein. Doch genau dies wird das Berufsbild Soldat mehr denn je prägen, geht es nach der Berliner Politik. Bisher zog höchstens jeder fünfte Bundeswehrsoldat in einen Auslandseinsatz, teils hoch gefährlich, gar in einen Krieg. Künftig wird es mindestens jeder Dritte sein. Die eh schon niedrige Akzeptanz in der Bevölkerung, die nicht gefragt wird, wird das bestimmt nicht befeuern. (Seite 1)