Bosnien-Herzegowina, dieses kaum mehr beachtete Staatswesen auf dem Westbalkan, ist auch 15 Jahre nach dem Dayton-Frieden zerbrechlich wie Rauchglas. Unter UN-Aufsicht mit internationalem Geld finanziert, hält sich der Erfolg beim Staatsaufbau in Grenzen. Aus dem Zusammenwachsen von muslimisch-kroatischen Föderation und Serben-Republik ist faktisch eine Zweistaatlichkeit geworden.

Daran haben alle Seiten ihre Aktie. Doch am tollsten treiben es die Serben. Deren Führer Milorad Dodik redet seit Jahren das Ende Bosnien-Herzegowinas herbei. Und schafft Fakten, wie jetzt ein Referendum über die Abschaffung der einheitlichen Gesetzlichkeit. Die Republika Srpska schaltet bei der Aufsprengung des Staatsverbundes einen Gang höher. Damit werden automatisch die fragilen Grenzen in ganz Ex-Jugoslawien infrage gestellt. Die bosnischen Serben bereiten so den Boden für den nächsten Balkankrieg. Höchste Zeit, diesem Treiben Grenzen zu setzen.(Politik)