Kein Geschenk, sondern ein Kredit: 14 Milliarden Euro. Die acht großen Industrienationen greifen Ägypten und Tunesien unter die Arme, damit der demokratische Wandel dort nicht stecken bleibt. An diesem Geld hängt Hoffnung, kleben aber auch Zinsen.

So ist diese Offerte kein Stück Wiedergutmachung. Die aber wäre geboten, nachdem EU-Staaten und die USA jahrelang über Missachtung von Demokratie und Menschenrecht sowie über soziales Elend im Herrschaftsbereich mit ihnen verbündeter arabischer Despoten hinwegsahen. Die aber sind nun vom Volk gestürzt worden, das auf dem Weg zur Demokratie auch essen will. Und es dürstet nach Rechtsstaatlichkeit und nach einer Polizei, die nicht foltert. Hier zu helfen, ist unspektakulär und langwierig. Ein Erfolg aber wäre nachhaltiger als jeder Waffengang.

Der angekündigte Geldsegen ist freilich auch Eigennutz. Fließen diese Milliarden in die Wirtschaft von Tunesien und Ägypten, wird es dort Jobs geben – eine Chance für die Menschen dort, die Früchte ihres Aufstandes auch zu ernten. Flucht nach Europa wäre dann keine Option mehr. Auch fundamentalistische Rattenfänger hätten es schwerer, Terroristen zu rekrutieren. So zeigt sich: Der beste Schutz für unsere Sicherheit sind demokratische Staaten, in denen die Menschen für sich eine Zukunft sehen.(Politik)