Lange hat es gedauert, bis sich der Präsident der Europäischen Kommission José Manuel Barroso mit mahnenden Worten in die Mediengesetzgebung Ungarns eingemischt hat. Und erstaunlich schnell hat der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán den Forderungen des EU-Parlaments nachgegeben. Er werde sich einem Urteil der EU über das Mediengesetz beugen.

Was bleibt Orbán auch anderes übrig? Jetzt, da sein Land im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft mit kritischem Blick beäugt wird, gibt sich der ungarische Regierungschef ungewohnt brav. Wie vergangene Beispiele jedoch gezeigt haben, trifft Orbán vor den westlichen Mikrofonen gerne beschwichtigende Aussagen. Man muss sich also nicht wundern, wenn diese Scheinheiligkeit in einem halben Jahr ein jähes Ende nimmt.(Politik)