Jahrelang kämpfte Salva Kiir im Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan, einem der längsten und blutigsten Konflikte Afrikas. Seit dem Friedensabkommen zwischen Nord und Süd 2005 hat der einstige Kommandeur der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) Gewehr und Uniform gegen das zivile Amt des Präsidenten des teilautonomen Südsudan getauscht.

Nach der Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit des Südens dürfte der 1951 geborene Kiir, der in der Öffentlichkeit vorzugsweise mit einem breitkrempigen schwarzen Cowboyhut auftritt, Gründungsvater des neuesten Staates Afrikas sein.

Lange hatte sich Kiir mit öffentlichen Stellungnahmen zum Referendum zurückgehalten. In den vergangenen Wochen jedoch plädierte er wiederholt für die Unabhängigkeit des Südens – sehr zum Unwillen der Zentralregierung in Khartum, die vermutlich vergeblich auf eine Entscheidung Kiirs für einen geeinten Sudan hofft. Doch schon 2009 hatte er das historische Referendum als klare Entscheidung bezeichnet – "im eigenen Land als Bürger zweiter Klasse zu leben oder als freier Mann in einem unabhängigen Staat".

Kiir hatte zusammen mit dem 2005 bei einem Hubschrauberunglück ums Leben gekommenen ersten südsudanesischen Präsidenten John Garang die SPLA gegründet. Wie Garang gehört er dem Volk der Dinka an, der größten Volksgruppe des Südens. Anders als Garang gilt Kiir, der sich im Alter von 17 Jahren dem bewaffneten Kampf anschloss, nicht als Intellektueller, sondern als Mann des Militärs. Während er bei den Teil-Präsidentenwahlen 2010 mehr als 90 Prozent der Stimmen erhielt, warfen Menschenrechtsgruppen Kiirs Partei SPLM Einschüchterung der Opposition und Behinderung ihres Wahlkampfes vor.(dpa)