Der Ministerpräsident war ein weiteres Mal für eine Überraschung gut. War doch allgemein davon ausgegangen worden, dass Böhmer angesichts des nahen Endes der Legislaturperiode und damit seiner Amtszeit eine Übergangslösung im Umfeld des Noch-Amtsinhabers oder in der Fraktion suchen würde. Am Ende hat er jedoch eine Entscheidung getroffen, die alles andere als ein Provisorium zu sein verspricht, zumal Birgitta Wolff, die ihre Reputation als Wissenschaftlerin und internationale Erfahrung mitbringt, sich von der CDU, deren Mitglied sie ist, in die Pflicht genommen sieht.

Insofern hat Böhmer gewiss eine gute Wahl getroffen. Die Art und Weise, wie er die Politik-Seiteneinsteigerin aufs Schild hob, dürfte aber nicht nur jene, die sich selbst Hoffnung auf die Olbertz-Nachfolge gemacht hatten, vergrätzt haben. In bekannter Böhmer’scher Manier ist gleich der ganze Rest der Landtagsfraktion mit abgekanzelt worden. Das muss schon wehtun.(Seite 1)