Am Ende kam dem Bundestrainer auch der Zufall zu Hilfe: Hätte Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi, der nicht mit zur Fußball-WM darf, weiter getroffen, wäre Joachim Löw gehörig in Erklärungsnot geraten. Aber nach dessen einmonatiger Ladehemmung, vermutlich auch bedingt durch seine ungewisse berufliche Zukunft, und dem Argument, er passe taktisch und personell ohnehin nicht ins Konzept, war Löw letztlich fein raus.

Den Spieler in einem solchen Moment für seine Stadionflucht 2008 zu begnadigen, fällt natürlich leicht. Es liegt allerdings der Verdacht nahe, dass "Dickkopf" Löw eben diesen Aussetzer nicht vergessen und am Ende das persönliche Ressentiment überwogen hat.

Was für Löw spricht, ist die Tatsache, dass er seinerzeit auf die Kuranyi-Hysterie besonnen reagiert und nicht überstürzt gehandelt hat. Diese Souveränität wäre auch in Südafrika hilfreich. (Sport)