Wer den Herstellern schnöde Profitgier unterstellt, die dem Tierfutter dioxinbelastete industrielle Öle beimischen, liegt sicher nicht falsch. Die Ursache etlicher Lebensmittel-Skandale – siehe Gammelfleisch und Co. – lag letztlich genau darin.

Im aktuellen Fall fragt sich der arglose Kunde, ob denn staatliche Kontrolleure sich tatsächlich für die Ausgangsstoffe von Tierfutter interessiert haben. Offenbar nicht. Und noch eines wird deutlich: Die Konzentration und Verflechtung in der Agrarbranche hat einen Punkt erreicht, dass Tausende Bauern in Existenznot geraten, wenn nur einem einzigen Futtermittelhersteller – beabsichtigt oder unbeabsichtigt sei dahingestellt – Fehler unterlaufen. Es reicht also nicht allein, mehr staatliche Kontrolle an einem Punkt der Erzeugerkette einzufordern. Die Branche muss eine stärkere Selbstkontrolle vom Ausgangsstoff bis zum Endprodukt gewährleisten, um diesen Dominoeffekt zu verhindern. Im Interesse der Verbraucher und der Bauern.