Die neue Kommunalverfassung soll in Sachsen-Anhalt zu mehr Bürgerbeteiligung führen. Gut so! Denn lange genug hat die Politik auf die Politikverdrossenheit vieler Menschen nicht reagiert. Über die Regeln für Bürgerbegehren und Bürgerentscheide lässt sich natürlich streiten. Doch so ganz sind die Bedenken der Kommunen nicht nachvollziehbar.

Ja, direktdemokratische Instrumente kosten Geld. Aber das ist es wert, wenn sich Menschen dafür wieder stärker politisch engagieren! Sachsen-Anhalts Bürger sind mündiger, als nur alle paar Jahre bei der Kommunalwahl ein Kreuz zu machen. Und wenn dabei einmal die Entscheidung eines Gemeinderates gekippt wird, ist das keine Abwertung der Kommunalpolitiker - sondern eine Form der politischen Kontrolle. Mit diesem demokratischen Mechanismus muss man umgehen können.

Die Kommunen sollten Bürgerentscheide als Chance begreifen und sie sogar bewusst initiieren. Sie tun sich damit selbst etwas Gutes: Damit wird das Vertrauen in die Verwaltung wieder wachsen.