Seit Jahren versuchen die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt und einzelne Kassen, den Ärztemangel in ländlichen Regionen zu stoppen: Praxisfilialen, Umsatzgarantien, Investitionshilfen, Stipendien für Medizin-Studenten haben den gewünschten Effekt nicht gebracht.

Und es bleibt auch zu befürchten, dass eine Trendumkehr nicht erreicht wird, solange die Politik strukturelle Eingriffe im Gesundheitssystem scheut. Das Paradoxe an der Lage: In absoluten Zahlen gibt es in Deutschland keinen Ärztemangel - sondern seit Jahren steigende Medizinerzahlen und eine ungleiche Verteilung der Ressourcen. Doch diese Feststellung hilft keinem Herzkranken, der auf einen Termin beim Kardiologen sechs Monate warten muss.

Die Medizin zur Schließung von Versorgungslücken hat nicht gewirkt: Eine neue muss her. Und das müssen auch strengere Zulassungsregeln für niedergelassene Ärzte sein - damit unversorgte Regionen profitieren.