Die Verleihung der Fluthelfernadeln verläuft wenig angemessen. Den Kampf von Helfern gegen das Hochwasser öffentlich mit einer Auszeichnung anzuerkennen, war zwar ein löbliches Ansinnen. Doch wie die Landesregierung die Vergabe bewerkstelligt, ist weder würdevoll noch professionell.

Das ging schon damit los, Bürger in Aken auszeichnen zu wollen, die aufgrund ihrer ganz eigenen Hochwasser-Erfahrung mit Politikern die Auszeichnung ablehnten. Egal ob zu Recht oder zu Unrecht: Mit mehr Fingerspitzengefühl und Gesprächen im Vorfeld hätte diese Peinlichkeit verhindert werden können. Nun wird den Kommunen die fast unlösbare Aufgabe zuteil, 50.000 Menschen aussuchen zu müssen, die mehr als durchschnittlich gegen das Hochwasser gekämpft haben. 50.000! Dieser inflationäre Umgang mit einer Ehrung führt dazu, dass am Ende fast jeder - und das heißt keiner - ausgezeichnet wird. So ein unwürdiges Schauspiel haben die Fluthelfer nicht verdient.