Die Bahn soll Fahrgäste und Güter befördern, aber nicht Ex-Minister versorgen. Nun gehört der Konzern dem Staat. Und aus dessen Fürsorgepflicht gegenüber seinen Dienern resultiert offenbar ein ganz schlimmes Missverständnis. Das Transportunternehmen soll nämlich Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla quasi in Hochgeschwindigkeit zu einem Posten verhelfen.

Pofalla wird nicht etwa Lokführer oder nimmt einen höheren Posten ein, der gerade frei wird. Für den Vertrauten der Kanzlerin soll eigens ein neues Ressort im Bahnvorstand geschaffen werden. Von mehr als einer Million Euro an Jahresgehalt ist die Rede.

Dass sich Pofallas neuer Job um Kontaktpflege drehen soll, ist für den soeben abgelösten Minister kein Neuland. Hat er sich doch als Kanzleramtschef in der vergangen Legislaturperiode insgesamt neunmal mit Vertretern der Bahn getroffen. Jetzt soll er einfach die Seite des Verhandlungstisches wechseln. Ein Schelm, wer da an Verfilzung denkt.