Der Blick auf die sinkende Arbeitslosenquote könnte so manchen dazu verleiten zu glauben, der Bevölkerungsrückgang löst die Probleme auf dem Arbeitsmarkt von selbst. Doch das ist bei weitem nicht der Fall. Viele Langzeitarbeitslose werden es auch in Zukunft ohne Hilfe schwer haben, wieder in Beschäftigung zu kommen. Weil sie beispielsweise nicht gut genug qualifiziert sind oder mit familiären Problemen zu kämpfen haben.

Es ist daher zu begrüßen, dass die Bundesagentur für Arbeit Betroffene künftig noch individueller fördern möchte, dass Arbeitsvermittler sich der speziellen Problemlagen stärker widmen als bisher. Ehrlicherweise betont Agentur-Chef Kay Senius aber auch, dass selbst dann nicht jeder wieder einen Job finden wird. Um ihnen eine Perspektive zu bieten, macht Senius\' Forderung an die Politik Sinn, Bürgerarbeit stärker zu fördern. Es wäre ärgerlich, wenn die Große Koalition in Berlin hier an der falschen Stelle spart.