Oft wird so getan, als würden Homosexuelle schon lange nicht mehr diskriminiert. Doch das ist bei weitem nicht so, auch nicht in Deutschland. Ob bei der Ehe, dem Adoptionsrecht oder Steuern - Schwule und Lesben haben das Nachsehen. Das liegt aber nicht nur an konservativen Politikern, sondern auch an der verdeckten Homophobie, die noch immer in der Gesellschaft verbreitet ist.

Deutlich wird das im Fußball. Dass sich bislang kaum ein Spieler geoutet hat, liegt daran, dass Stadien - und mittlerweile auch soziale Netzwerke - genutzt werden, um auszusprechen, was andernorts nur gedacht wird. Gegen die verdeckte Intoleranz helfen nur breite, ehrliche Gesellschaftsdebatten. Und hierzu hat Thomas Hitzlsperger einen wertvollen Anstoß geliefert. Auch weil er als Ex-Nationalspieler eine Vorbildfunktion hat. "Hitz, the Hammer", der Mann mit dem harten Schuss, haut drauf auf ein Tabu, das endlich fallen muss.