Hitzlsperger will sein gut terminiertes Outing vor Olympia in Sotschi als politisches Statement verstanden wissen. Wenn er das schwulenfeindliche Klima in Russland wie viele andere auch kritisieren möchte, warum tut er es dann nicht einfach? Was haben seine persönlichen sexuellen Vorlieben damit zu tun? Nichts. Seine Indiskretion erzeugt nichts weiter als öffentlichen Druck, den Medien nur allzu gern weiterreichen: Welcher Fußballer ist noch schwul? Wer sich nicht outet, ist out. Natürlich alles streng im Sinne der modernen Aufgeklärtheit.

Die penetrante Sexualisierung der Öffentlichkeit, die ich ungefragt zu ertragen habe, geht mir nur noch, pardon - auf den Sack! Femen-Brüste. Knutschende Männer als "Mund-Propaganda". Ein blonder Junge auf dem Großplakat, der "es wild will". Und gefi ... wird verbal und in echt nicht nur "Göhte" im Kino, sondern auch im Vorabendprogramm. Ich will das alles nicht. Hitzlsperger als Fußballer hätte mir gereicht.