Der Transplantationsskandal hat mächtig am Vertrauen der Deutschen gekratzt. Nun liegt die Quittung für die Manipulationen auch als Statistik vor: Die Zahl der gespendeten Organe ist auf ein Rekordtief abgesackt. Dabei sollte jeder, der sich allein wegen der Ereignisse im Sommer 2012 gegen eine Spende entschieden hat, dreierlei bedenken. Erstens: Seitdem die Manipulationen bekannt geworden sind, ist einiges passiert. Spontane Kontrollbesuche in Kliniken wurden vereinfacht; die Transplantationszentren wurden dazu verpflichtet, dass mindestens drei Ärzte den Fall eines Spenders bewerten, bevor er gemeldet wird. Zweitens: Nicht in jeder Klinik haperte es damals mit internen Kontrollen. Das Magdeburger Uniklinikum etwa lässt schon seit Jahren drei Ärzte auf Spenderfälle schauen.

Am wichtigsten ist aber Folgendes: Die Menschen, die auf ein Organ warten, haben den Skandal nicht zu verantworten. Wieso sollen also ausgerechnet sie ihn ausbaden?