Mit dem Wort Kommunismus verbindet sich viel: Stalins Gulags, Maos Massenmorde, die Berliner Mauer, Unfreiheit Andersdenkender, politische Bevormundung. Aber auch surreale Träume von einem gerechten Wunderland, in dem alle Menschen gleich sind. Nun hat Linken-Chefin Gesine Lötzsch darüber geschrieben, wie man Wege zum Kommunismus findet. Der Aufschrei war unvermeidlich. Er hat aber auch sehr viel mit politischem Konkurrenzverhalten zu tun.

Man kann der Sozialistin Gesine Lötzsch nicht unterstellen, sie sehne sich nach Stalin und der Mauer. Davon hat sich die Linke distanziert. Was freilich nicht heißt, dass in ihren Reihen oder in ihrer Anhängerschaft alte und junge Dogmatiker von alten Zeiten träumen. Nur: Was der Menschheit bisher als Kommunismus vorgeführt wurde, ist mausetot. Was aber bleibt, ist der Traum von Gerechtigkeit, der Wunsch jedes Menschen nach sozialer Teilhabe an der Gesellschaft, in der er lebt. Dahin führen jedoch weder unbezahlbare Versprechen noch verstaubte Bilder. Aber auch nicht jene eingeübten Reflexen folgenden Reaktionen auf die schräge (Anders)-Denke von Frau Lötzsch.