Es war nur eine Frage der Zeit, bis Frankreich seine Verbündeten für die Missionen in Afrika um Hilfe anrufen würde. Nun ist es so weit: Die Bundeswehr soll sich an Einsätzen in Mali und der Zentralafrikanischen Republik beteiligen. Als Zugpferd Europas kann sich Deutschland dieser Bitte schlecht entziehen.

Angesichts der angespannten politischen und humanitären Lage in beiden Ländern ist es nachvollziehbar, dass ein größerer Militäreinsatz in Erwägung gezogen wird - allein schon, um solch katastrophale Zustände wie in Somalia zu verhindern. Doch die innergesellschaftlichen Konflikte und Strukturdefizite wird dieser nicht auflösen. Die Intervention muss deshalb in ein Gesamtkonzept eingebettet werden, das auch den Aufbau nachhaltiger Strukturen fördert und nach dem Truppenabzug nicht den Nährboden für einen weiteren zerfallenen Staat auf dem Kontinent hinterlässt.

Für Deutschland wird dieser außenpolitische Spagat auch innenpolitisch interessant werden: Denn die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich in der Bundeswehr bisher nur auf ihrem alten Gebiet bewegt - Kinderbetreuung und Arbeitsmodelle. Nun muss sie den Beweis erbringen, dass sie ihrem neuen Amt wirklich gewachsen ist.