Die Kanzlerin hat die Energiewende zum gemeinsamen Projekt der Großen Koalition erklärt. Was auch sonst? Angela Merkel wäre schlecht beraten, es ausgerechnet bei der ersten Kabinettsklausur zum großen Krach kommen zu lassen. Zumal bei einem Thema, das der Prüfstein für das schwarz-rote Regierungsprojekt überhaupt werden wird.

Vizekanzler Sigmar Gabriel, um die zentrale Bedeutung des Projektes wissend, hat die Ökostrom-Reform zu seiner ganz persönlichen Sache gemacht. Erfolg oder Misserfolg werden durchschlagen auf jeden Betrieb und auf jeden Haushalt in Deutschland. Der Strompreis ist für die Energiewende 2.0 das, was der Brotpreis im alten Rom war: der Scharfrichter für die Regierung. Bisher ist kein Mittel gefunden, diesen existenziellen Preis zu bremsen, geschweige denn zu senken. Bleibt das so, wird Gabriel auch die komplette Verantwortung übergeholfen bekommen - Merkels Bekenntnis hin oder her.