Mit Barbara Hendricks als Umweltministerin ist der stärkste SPD-Landesverband Nordrhein-Westfalen in der Bundesregierung nicht gerade überrepräsentiert. Sehr zum Unwillen der Genossen von Rhein und Ruhr. Auch deshalb wollen sie an die Kandidatenliste zur Europawahl keine Luft lassen. Auf dem bundesweiten Verzeichnis sind und bleiben die Spitzenplätze wie eh und je fest in westdeutscher, vor allem nordrhein-westfälischer Hand.

Dagegen laufen die Verbände aus dem Osten - ebenfalls wie gewohnt - vergeblich Sturm. An Parteichef Sigmar Gabriel ist es einmal mehr, die regionalen Ungleichgewichte einigermaßen auszutarieren. Zuletzt schaffte er diese Übung auf dem Leipziger SPD-Parteitag. Da appellierte er an die Delegierten, doch bitteschön die ostdeutschen Länderschefs in einem zweiten Anlauf in den Vorstand zu wählen. Das gelang. Bei einem lukrativen Listenplatz für Europa ist jedoch Schluss mit Brosamen für die Ost-SPD.