Die Evangelische Kirche hat sich stets schwer getan mit dem Afghanistan-Einsatz als umstrittenstem Fall deutscher Auslandsmissionen. Nun endlich hat sich die Kirchenführung zu einem Positionspapier durchgerungen. Sie geht darin zwar nicht soweit wie ehedem Bischöfin Margot Käßmann, die nichts Gutes in der Hindukusch-Mission zu sehen vermochte. Doch jetzt wird gefordert: Vor dem Marschbefehl in ein fremdes Land müssen die Ziele des Einsatzes eindeutig fixiert sein, einschließlich einer Ausstiegsstrategie. Eine eindeutige Botschaft angesichts der Fehler in Afghanistan.

Das Papier wirkt wie ein Begleitschreiben zu den jüngsten Äußerungen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Entwicklungsminister Gerd Müller. Danach sollen deutsche Soldaten in Verbindung mit zivilen Helfern noch weit umfangreicher als bisher bei Friedens- und Rechtsstaatsmissionen tätig werden. Ziehen die Verantwortlichen dabei aus Afghanistan keine Lehren, wird sich das furchtbar rächen.