Die schwarz-roten Pläne zur Rente haben die alte Debatte zur Generationengerechtigkeit neu belebt. Gar von Ausplünderung der Jungen durch die Alten ist die Rede.

Bei näherer Betrachtung sieht die Lage anders aus. Beispiel Mütterrente: Die Kritiker stellen die milliardenschweren Kosten zu Lasten der Jungen in den Vordergrund, obwohl es selbst nach der Reform keine rentenrechtliche Gleichstellung für Mütter geben wird. Älteren Müttern werden immer noch weniger Kindererziehungszeiten als jüngeren angerechnet. Von Generationengerechtigkeit kann in diesem Punkt eigentlich nicht gesprochen werden.

Der Vorwurf der Abzocke gegen die Alten trifft also nicht zu - auch bei nüchterner Betrachtung des Gesamtpakets nicht, das der Sozialstaat für die Generationen schnürt. Dazu gehört die Besteuerung von Renten ebenso wie die bezahlte Elternzeit für junge Väter und Mütter. Die Frage stellt sich, wer will in einer Gesellschaft leben, in der die Generationen aufeinandergehetzt werden?