Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist durch die NSA-Ausspähaffäre arg ramponiert. Die selbst vom Datenklau betroffene Kanzlerin macht sich nun an Reparaturversuche. Angela Merkels erklärtes Ziel ist es, die Beziehungen zwischen Berlin und Washington wieder auf eine vernünftige Basis zu stellen. Ohne jedoch vor den Amerikanern zu kuschen.

Der Zeitpunkt scheint günstig: Mit der Münchener Sicherheitskonferenz bietet sich ein willkommener Anlass für ein Treffen mit US-Außenminister John Kerry, der für seine Fähigkeit zum Ausgleich bekannt ist. Klar muss aber sein: Die Bundesbürger erwarten von ihrer Regierung keine butterweichen Absichtserklärungen, sondern klare Regeln für die Sicherheit ihrer Privatsphäre vor US-Zugriffen.

Dass Merkel das EU-Freihandelsabkommen mit den USA dafür nicht zur Debatte stellen will, ist logisch: Es einfach vom Tisch zu fegen, hieße die Tür vor den Amerikanern zuzuknallen. Den Schaden hätten beide Seiten.