Die Debatte um einen Verein, der Homosexualität als psychische Krankheit wertet, ist entbrannt. Diese These von Homoheilungs-Therapien ist wissenschaftlicher Unfug. Ein Verein, der so etwas propagiert, gehört auf den Prüfstand. Es stellen sich Fragen: Welche Auffassungen vertritt dort eigentlich wer? Welche Seminare werden wie oft von wem angeboten? Wie finanziert sich der Verein?

In Erklärungsnot geraten auch die Mitglieder des Kuratoriums - etwa der frühere Ministerpräsident und heutige Bundestagsabgeordnete Christoph Bergner. Haben sie wirklich nichts von fragwürdigen Seminaren gewusst? Haben sie die unsinnigen Thesen stillschweigend geduldet? Oder waren sie einfach nur blauäugig? Darüber muss geredet werden.

Allerdings: Die aktuelle Diskussion droht zu entgleiten. Es ist unredlich, wenn Politiker der Oppositions-Fraktionen der CDU pauschal homophobe Ansichten unterstellen. Der schrille Ton in der Debatte wird der Ernsthaftigkeit des Themas nicht gerecht.