Erst Ursula von der Leyen, jetzt Joachim Gauck: In der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik vollzieht sich in rasanter Geschwindigkeit ein Paradigmenwechsel. War die Bundesrepublik bislang vor allem um Ausgleich und Vermittlung bemüht, wird plötzlich die aktive Einflussnahme bei Konflikten in den Vordergrund gerückt. Gauck meint, man dürfe sich nicht hinter historischer Schuld verstecken. Man darf sie aber auch nie vergessen.

Gewiss ist Deutschland die Führungsmacht in Europa und trägt schon aus diesem Grund den Rucksack globaler Verantwortung. Diese wahrzunehmen, können militärische Missionen ein Mittel sein. Aber bitteschön mit Maß und Ziel.

Wer Kampfeinsätzen eifrig das Wort redet, muss auch klar sagen, zu welchem Zweck und mit welchen Erfolgsaussichten deutsches Militär im Ausland tätig werden soll. Und ob die Truppen dafür überhaupt fit sind. Sonst geht der ohnehin schwache Rückhalt dafür in der deutschen Bevölkerung vollends verloren.